Februar – der Winter hat uns noch fest im Griff

Am Mittwoch, 13.02.2019,  treffen wir uns zum ersten Spielabend und Stammtisch


Ich durfte eine Sammlung alter “Allzeit Bereit” (ehem. Organ des Schweizerischen Pfadfinderbundes) ab den Dreissger Jahren von der Familie Honold übernehmen – Danke Floh, dass du das möglich gemacht hast!

Ich werde  in loser Folge Beiträge aus vergangenen Jahren veröffentlichen zum Anfang das Februarheft von 1952

Zum Thema 50 Jahre Pfadfinderbewegung (Febr.19529

Jubiläen pflegen auf ein fortgeschrittenes Alter hinzuweisen und man kann sich fragen, ob die Grundsätze, die Baden-Powell der Bewegung   zu Grunde gelegt hat, nicht durch Zeit und Umstände überholt      worden seien.  Nun ist es     aber seit 50 Jahren das Ziel der Pfadfinderbewegung, aus der Jugend tüchtige und glückliche Menschen zu machen, ein Ziel also, das wohl nie veralten kann. Man könnte also höchstens befürchten, die pfadfinderische Methode, um dieses Ziel zu erreichen, könnte allmählich verstauben. Glücklich und tüchtig zu werden ist nun aber nicht nur der Wunsch der Pfadfinder, sondern aller Menschen. Könnte irgendein vernünftiger Mensch einmal einen unbe­grenzten Wunsch tun, würde er zweifellos das wünschen, was ihn und die Mitmenschen glücklich machte. Es ist interessant zu sehen, wie bekannte Menschen der Wissenschaft und Technik auch heute noch den gleichen Weg zum Glück einzuschlagen raten, wie Baden-Powell es tat. In der verbreiteten «Weltwoche» nämlich wurde einer Anzahl von Persönlichkeiten die Frage gestellt, was sie tun würden, wenn sie einen Tag lang unbegrenzte Macht hätten. Hier einige Sätze aus Antworten:

Primus Bon

Kav.-Oberstlt. u. welt­bekannter Schweizer Hotelfachmann, leitet seit vielen Jahren den grössten Gastbetrieb Europas, das be­rühmte Bahnhofbuffet Zürich

 

Wenn ich im Jahre 1952 die unbe­grenzte Macht hätte die Welt um­-zugestalten, würde ich — mit Hilfe der Vorsehung — versuchen: Den Familien die Kraft zu geben, die Kinder zu religiösen, unabhän­gigen, von materiellen und kollek­tivistischen Einflüssen freien Men­schen zu erziehen. Damit würden die Gemeinden zu freien Körperschaften und der Staat von egoistischen, nationa­listischen Tendenzen befreit. Würde dadurch die Welt nicht wieder ihren Frieden finden?

 

Armin Meili

Dr. h.c., erfolgreicher Architekt, Leiter der Landesausstellung 1939, Zürcher Natio­nalrat, Vorkämpfer für die sinnvolle Landes­planung.

. . . Ich würde die Schulausbildung mehr als Erziehung zu Kamerad­schaft. Güte und Anstand, denn als Anleitung zum Vielwissen auf- ziehen! Verantwortungsbewusstsein und der Wille zur Selbsthilfe soll­ten mehr durch Erziehung als durch administrativen Zwang gefördert werden! . . .

 

Ernst Speiser

Dr. h.c., Direktor von Brown Boveri & Co. in Baden, weitgereis­ter Kaufmann, im Kriege an leitender Stelle der Kriegswirt­schaft, ehemaliger Na­tionalrat, jetzt Stände­rat des Kts. Aargau.

. . . Wenn mir also 24 Stunden un­begrenzter Machtfülle beschert wären, so würde ich der tech­nischen Forschung einen Marsch­halt befehlen, um dafür alle Fähig­keiten der Menschheit auf die in­tensive Förderung der Moral — zu der unter anderem die Toleranz und die Freude am Wohlergehen anderer gehören — zu konzentrieren, damit diese etwas aufholen kann. . .

W.It. Corti 

Gründer d. Pestalozzi- Dorfes und Förderer humanitärer Ideen; wissenschaftlicher Mitarbeiter der Zeit­schrift «Du» und der «Neuen Zürcher Zeitung».

. . . Ich würde an dem magischen Tage ruhig meine gewöhnlichen Pflichten erfüllen und der Macht nicht trauen, die solche Macht verleiht.. … Uns ist es gegeben, im persön­lichen Einsatz das Unsrige zu lei­sten, und dies ist «trotz allem» wie das Lehen selber gut! . . .

Diese Sätze sind nichts anderes als ein Bekenntnis zu jenen Forderungen, die enthalten sind im Pfadfindergesetz und -Versprechen und in der Art, wie wir sie erfüllen wollen.

Werbung sah im Allzeit Bereit 1952 so aus:


Und sich selber ‘auf die Schippe’ nehmen konnten sich die Pfader von damals auch schon: