Mai – die ganze Schweiz grillt wieder

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Der Jakobsweg – Wanderer Donald – Folge 3

Mittwoch, 09. August 2017 / von Laatzen bei Hannover bis Sarstedt

Wetter:               schön und heiss
Wegstrecke:     ca. 17 km

Kurz nach sieben stand ich auf. Gegen acht Uhr wechselte ich die Wohnung und konnte mich an den gedeckten Frühstückstisch setzen. Dorothee verabschiedete sich kurz nach dem Frühstück. Jürgen und ich räumten noch den Morgentisch ab, bevor ich die Wohnung wechselte und die restlichen Notwendigkeiten erledigte. Kurz nach neun Uhr verabschiedete ich mich von meinem sympathischen Gastgeber und wanderte zur Strassen-bahnhaltestelle. Nach fünf Minuten Wartezeit kam das Gefährt. Ich stieg ein und nach drei Haltestellen im Untergrund des Bahnhofs wieder aus. Auf dem Bahnsteig musste ich die Seite wechseln. Einige Minuten später brachte mich die Tram nach Laatzen. Je weiter wir aus der Stadt fuhren, umso leerer wurde die Strassenbahn. Nach ungefähr fünfzehn bis zwanzig Minuten Fahrt stieg ich aus und befand mich in einem grösseren Dorf. Hier suchte ich den Anschluss an den Jakobsweg. Dazu musste ich ein Stück der Hauptstrasse entlang, bevor ich rechts zwischen Häusern abbog. Die schmale Strasse führte über den Fluss „Leine“. Am anderen Ufer konnte ich nach links gehen. Nun befand ich mich im Leine-Naturschutzgebiet auf dem Jakobsweg. Es wehte ein kühler Wind trotzt Sonnenshein. Ab und zu flogen Reiher oder auch Graugänse in V-Form über mich hinweg. Nach etwa einer Stunde kam ich an eine Stelle, mit einem verschlossenen Zauntor. Der breite Jakobsweg bog rechts ab, während neben dem Tor ein sichtbarer Pfad in eine Wildnis aus Brenneseln und Brombeeren führte. Am Metalltor hing ein Hinweis, der den Zutritt verbot, da es sich um eine Trinkwasserzone handelte. Gemäss meiner Karte führte der Jakobsweg in weitem Bogen um das Gebiet, der versperrte Weg jedoch in gerader Richtung zum gleichen Endpunkt. Zuerst betrat ich gesetzestreu den Wildpfad. Als ich da aber immer mehr zerkratzt und von Brennnesseln geschunden wurde, war mir die Verbotstafel „wurscht“. Ich lief zurück, überstieg das Tor und wanderte auf einem angenehmen Grasweg quer über das Trinkwassergelände. Sollte mich jemand anhalten, würde ich mich Englisch oder Französisch dumm stellen. Doch es passierte gar nichts und ich traf erneut auf den Jakobsweg. Etwas später rastete ich bei einem Haus.

Frisch gestärkt überquerte ich anschliessend eine stark befahrene Strasse und folgte ihr unterhalb auf einem Fahrradweg. Da sah ich die Schäden des Hochwassers, das vor etwa einer Woche das Gebiet heimgesucht hatte. Nach einer Richtungsänderung, begleitete mich linkerhand die Bahn, die ich dann unterquerte und mich davon entfernte. Die Sonne brannte mittlerweile heftig und ich war um jeden Schatten froh. Irgendwann gelangte ich an eine Strasse. Hier bog ich rechts ab und nach einer erneuten Unterquerung der Bahn, wanderte ich links einem Bach entlang, der mich bis Sarstedt begleitete. Überall waren die Spuren der Überschwemmungen vorhanden.

In Sarstedt fand ich meine Unterkunft gut. Das Haus war erst ab siebzehn Uhr besetzt. Deshalb klärte ich telefonisch, wie ich zum Schlüssel kam. Gemäss Auskunft öffnete ich bei der Eingangstüre mit einem Code den Schlüsselkasten, entnahm den angeschriebenen Schlüssel, verschloss den Kasten und verwarf den Code. Kurz darauf öffnete ich im ersten Stock mein Zimmer und war erstaunt. Ein grosses Apartement mit Kochgelegenheit und Komfort empfing mich. Etwas später duschte ich, zog andere Kleider an und versorgte mein Gepäck. Die schweissnasse Wäsche hängte ich an die von der Sonne beschienen Fenster. Dann machte ich einen Dorfrundgang. Viel hatte Sarstedt nicht zu bieten. Nach siebzehn Uhr spazierte ich zurück ins Hotel um mich anzumelden. Vor der Reception sass eine junge Frau mit einem grossen, prall gefüllten Rucksack. Wir kamen ins Gespräch. Sie war ebenfalls auf dem Jakobsweg unterwegs. Bei meiner offiziellen Anmeldung verlangte man einen anderen Preis wie vereinbart. Ich holte dann aus den Unterlagen die erhaltenen Preisangaben, worauf die Dame ein Telefonat startete mit dem Resultat, der Preis blieb verbindlich. Den Rest des Tages verbrachte ich vor der Flimmerkiste mit zwei „Frühstücks-Stullen“ und einer Dose Radler. Gegen zweiundzwanzig Uhr machte ich mich bettbereit und schlüpfte unter die Decke.