November – Dr Monat vom OP-Dippel

OP-Dippel-Posten  bei Brisach 10.&11.11.18

Am 10./11. November fand der alljährliche OP-Dippel des Bezirks statt. Traditionell war der APV mit seinem Posten präsent.

Auf der diesjährigen Weltreise  welche die Teilnehmer von Posten zu Posten in ein anderes Land brachte, wurden sie bei uns Members der Baden-Powell Society in London. Nebst einem Eintrag ins Member-Book, dem Member-Ausweis in Form eines Krawattenrings durften sie im Memberraum an der “Whiskybar” erraten, was sich in den imposanten Flaschen in Wirklichkeit  für Getränke versteckten. Nebst dem “Degustieren” gab es dort auch After Eight’s und Shortbread’s zu versuchen.  Nach einem Quiz über Lord Baden-Powell  ging es auch schon ans Erarbeiten des nächsten Postens mittels Spiegelkarte oder Kreuzpunkt-Koordinaten. Das Popcorn-Päckli – auch schon eine Tradition am APV-Posten – als Wegzerrung wurde jeweils mit Freude entgegengenommen.

Für uns Senior-Members begann der Postenaufbau schon früh. Schon um 10 Uhr begannen wir unseren Memberclub aufzubauen – damit er um halb Zwei, als die ersten Läufer und Läuferinnen eintra-fen, bereit war. Unter der bewährten Leitung des Postenchefs Grille schufen wir so ein ‘echt’ englisches Refugium, das den Postenbetreibern, den New-Members und einigen Gästen und Plauschläufern ein warmes und gemütliches Verbleiben garantierte.

Kurz nach halb Vier sonntags in der Früh war der Platz wieder aufgeräumt und nichts deutete mehr darauf hin, dass hier eben noch ein Londoner Club neue Mitglieder aufgenommen hatte.

Müde und zufrieden machten sich die sechs Posten-APVler auf den Heimweg.  Der Kontakt mit den Aktiven, das Leuchten in den Augen der tollen Läuferinnen und Läufern  und die Freude am gelungenen Postendesign begleitete uns nachhause, wo wir wohl alle schnell und kompromisslos ins Bett sanken.                                                                   Misa


OP-TEILLAUF                               (vom e Plauschläufer)

D’r Oneonta, Mitglied vo der Rotte STYX, het bi syne Kolleege aagfroggt, ob aine mit ihm uf e OP-Tippel kunnt. Absaage sin s’Resultat gsi. Do ich das Abentüür immer no gärn mache due, aber nümme die ganzi Strecki, han ich zuegsait.

Us däm Grund hän mir beide ys am Samschtig, 10. Novämber 2018, gege 12.45 bim Bahnhof Laufe troffe. Der Oneonta isch mit em Zug vo Biel ko, ich mit em Auto vo Basel. Vo dört sin mer denn mit em Auto zem Start g’fahre, hän s’Auto parkiert und aaschliessend bim OK gmäldet.

Me hett uns erklärt, ass ai Poschte ame andere Ort isch und sich suscht nüt g’änderet het. Denn hän mir is verabschidet und sin uf d’Route.

Der Poschte 11 vo Waldchutz isch scho vo wytem sichtbar gsi. Si hän Peru dargschtellt. Für der Oneonta, wo a paar Joor dört gläbbt het, isch es fascht e Haimspiel gsi. Nach e paar Wort und Foddeli, sin mer wyter zem zweite Poschte. Der Wääg isch bärgab richtitg Brislach gange und uf der andere Syte wieder uffe. E kiehle Wind het bloose. Obe aakoh, hän mer erneut wieder e bitzeli miesse aabe laufe. Am Waldrand, in der Nöchi vom Schällhüsli, isch der Poschte vo de Angestainlemer gsi. Die hän „Amerika first“ usgschpiilt. Der Präsidänt persönlig het is an der Gränze zue Mexico empfange. Är het welle wüsse wär mir sin, wohär mir kömme und wo ane mir wänn. My Koleeg het kai Chance kha. Är het miesse mit ere nätte Mexikanere uf e illegale Ytritt warte. Wo ich gsait ha, wien ich heiss, also Donald, bin ich mit offene Arme empfange worde, aber trotzdäm vo eim wo bim Ku-Klux-Clan Mitglied isch, sehr ufmerggsam beguetachtet worde. Im Zält het e nätti Zollfrau mi empfange. Zwei OPK’s hän grad s’Land miesse verloh. In der Zwüschezyt isch my Partner denn mit eme falsche Pass über d’Gränze ko.’

Noch eme kurze Gschpröch und zwei Foddeli vo däre hübsche Zollbeamtin, sin mer wyter, em Poschte 9 entgege. Dört isch der APV vo de Johanniter gsi und het Ängland präsentiert. Wo mer nöcher ko sin, isch d’Flagge am Bode glääge. Ängland am Bode zerstört? Das ka jo nit sy, trotzt em Brexit! Nai, mer sin im „Club vom Bi-Pi“ empfange worde und hän kenne em Bi-Pi sini Bilder beschtuune. Näben em Club isch e Waldhütte gstande, wo me het kenne aanehogge und am Tisch gmietlig taafle. Vornedra hets e grossi Füürstell gä. Ideal für die alte Pfadi, wo dert d’Nacht hän derfe verbringe. Wie in Ängland üblig, sin e Paar Herrschafte uf Schimmel verby gritte und hän vo obe aabe heeflig griesst.

Noohdäm mer e glaini ‘Whisky-Degustation und -Information’ duuregfiert und e Glainigkeit gässe hän, ha ich ei, zwei Foddeli gmacht bevor mer ys –als Club-Mitglieder- erneut uf e Wääg gmacht hän. My Mitläufer isch e ächte „Pfad-Finder“ gsi. Är het eimool uf d’Karte gluegt, erklärt wie der Wääg lauft und denn sin mer immer ohni Verlaufe an nägschte Poschte ko. Der Poschte 8 vo der Abtailig „3 Tanne“ hän mer ussgloo. Mir sin diräggt zem Poschte 7 vo de „Schnäggebärglerinne“. Dört hän ys drey Dame us Auschtralie erwartet. Leider hän mer kei einzigs Känguruh gse. Aber, und das het my scho e bitzeli Stolz gmacht, me het welle wüsse, ob ich Donald bi, wo einere vo ihrne Kolleginne am ene OP-Tippel e Taschelampe gschängt het. Do es bi de Johanniter, noch mym Wüsse, nur ai Donald git, ka nummi YCH dä gsi sii.  Und vo däm Ereignis verzellt me in Auschtralie hüte no dervo !!!

No e paar Bildli sin mer wyter. D’Gegend vom OP-Tippel isch mir bekannt gsi, han ich doch scho e paar Tippel uf däre Route gmacht. So sin mer aimool meh in Richtig vo de Hüüser „Helgematt“ gloffe. Es het bereits aagfange Dunggel wärde. Wäge däm hän alli die Kirsibäum wo der Stroos noch oder uff em Fäld gstande sin, nümme e so kräftig rot glüchtet. Aber zwüsche em grien vo de Matte und em Wald isch es immer no e wunderschöne Aabligg gsi. Nach einiger Zyt sin mer denn, nooh eme glaine Aastig, bim Verpfläägigsposchte glandet. Es isch der Schiessstand vom Dorf Fehren gsi. Do sin mer bi de Italiäner glandet. Gässe hän mer nüt, aber e glaine Apéro mit Bruscetti gnosse. Wie das bi de Italiäner e so üblig isch, hets e huffe Goofe (Baseldütsch=Kinder) umme gha. Settigi wo chum hän könne laufe und anderi, wo scho in d’Schuel gange sin und „sehr wichtig“ do hän. Aber scho frieh wüsse, wie toll es isch , wenn me Mitglied vo de Pfadi isch! Wien ich vernoh ha, hän si aber nit dörfe im ene Zält schlofe, sondern in ihrem Bett.

Au do sin mer denn noch ebbe dryssig Minute verschwunde. Uf em Wääg zem nägschte Poschte isch is der Wurm entgege ko. Är het grad s’Auto verlosse, um bi de Italiänder z’starte. Inzwüsche hets wieder emol aagfange rägne. Nit heftig aber trotzdäm unagnähm.

Mir sin wyter zem Poschte 5 vom Sunnebärg. Dört hän ys d’Russe empfange. Zem Teil bewaffnet, mit lange Mäntel und Pelzmütze, mit em rote Stärn. Si hän e gleins, gmietligs Hüttli ka wo si als Bar umgwandlet hän. Logisch, d’Russe sin jo bekannt als Alkoholliebhaber. Irgendwenn isch no der Chinchilla us der Bar ko (nit bsoffe) und het ys begriesst. Au do sin mer denn nach kurzem Ufenthalt in tiefe, dunggle Wald verschwunde. Uf eme breite, steinige Wääg sind mer praktisch eebe em Poschte 4 vom Thierstai entgegegloffe. Unterwägs hets mi denn kurz und heftig uf e Boode gworfe. E Wurzle wo ganz fräch sich erhobe het, het mi stürze losse, zum Schregg vom Oneonta. Aber usser e paar Schürfige an de Händ isch nit viel passiert. Doch kurz druf aabe, han ich denn no der rächt Fuess vertrampt. Das het zimlig weh gmacht. Doch au dä Schmärz isch mit der Zyt versurrt. Aber ab denn sin mer langsamer gloffe und hän Taschelampe benutzt!

Der Poschte 4 vom Thierstai het Schwede präsentiert. Durch der Ygang vom bekanntischte Möbelhuus vo Schwede, sin mir im ene schwedische Hüttli glandet. Do han ich myni Plessure kenne verarzte und der Oneonta sy Wüsse über Schwede los wärde. Jetzt hän mer beschlosse uf Büsserach aabe z’go und dert der Bus nach Laufe z’beschtyge. Mir sin am Eins z’Mittag gstartet und jetzt isch es ebbis vor de Sibeni. Also e Foddeli und ab nach Büsserach. Der Wääg isch steil bärgab gange. Wo mer im Dorf aako sin, hän d’Kircheglogge glüüte und gsait, ass es sibeni isch. Mer hän denn im Bushüsli mit Jugendliche gwartet bis der „gääli Bus“ ygfahre isch. Dä het is nach Zwinge brocht. Dört hän mer no e paar Minute miesse uf der Zug warte, won is nach Laufe gfahre het. Eigetlig hän mer no welle gmietlig go ässe. Aber jetzt no e Baiz sueche und denn ummesitze, bis der Zug für der Oneonta kunnt, wo ihn nach Biel bringt? Nai, mer sin beidi mied gsi. Dorum sin mer bim Bahnhof go en Abschlussbierli (für mi alkoholfreij, wägem Auto) dringge und e Tost ässe. Doderby hän mer über Das und Jenes gschwätzt oder sin unsere Gedangge nocheg’hange. Kurz vor de halber nüni het der Oneonta der Zug beschtige und isch nach Biel gfahre. Ich bi unter der Ysebahn uf die anderi Syte zem Gymnasium gloffe, wo der Start und s’Ziel vom OP-Tippel, und mi Auto gsi isch .

Nach ebbe 45 Minute bin ich de Heime gsi. Dört han ich nonemool myni Plessure behandlet und mit mynere Frau s’Erläbnis OP-Tippel revue passiere lo. Es isch wieder e mool interessant und mit em Oneonta toll gsi. Aber me merkt, me wird älter und es goht langsamer vorwärts als au scho. Wie seit der Baselbieter: Mer wei einisch luege, obs nägscht Joor glych wyders goht“.                      Donald


Zum Tod von Hansjörg Abt, Giraff  

Der Nachruf der NZZ

Scharfsinn, Witz und Wortgewalt

«Swissairs verwegene Fusionsabsicht».

Ein Vierteljahrhundert ist seit diesem letzten Ein­trag von Hansjörg Abt im Redaktionsarchiv der NZZ vergangen. Mit Sachwissen und Angriffslust – sowie dem ihm eigenen Patriotis­mus – analysierte Abt im Wirtschaftsteil damit ein letztes Mal die Situation, in der sich die nationale Fluggesellschaft da­mals im Vergleich zu eher «schwachbrüstigen» Allianzpartnern wie SAS und Austrian Airlines befand. Allein der Ti­tel bringt zum Ausdruck, wofür der Autor während seines langen Wirkens für das Blatt an der Falkenstrasse stand: Engagement, kernige Aussagen und die Lust der Leserschaft, Abts stets brillant formulierten Gedankengängen bis zum Schlusspunkt zu folgen.

Dass Abt 1993 die NZZ verliess, um fortan selbständig zu wirken, war der wohldurchdachte Entschluss eines Kolle­gen, dessen Ansehen im Zenit und des­sen Freiheitswille über vielem stand. Er verlasse den denkbar besten Resonanz­boden für seine profunden Analysen, schrieb der damalige Chefredaktor Hugo Bütler. Ganz unrecht sollte Bü. nicht be­halten. Dennoch: Kein Name aus der journalistischen Unternehmensbericht­erstattung hat in der Schweiz seither den Charakter der Marke H.A. erreicht, also jenem Kürzel, unter dem der am Samstag verstorbene Basler jahrelang schrieb.

Abt wirkte in einer heute fern schei­nenden Zeit, in der man die News am Morgen aus dem Briefkasten oder vor der Fahrt zur Arbeit am Zeitungsstand holte. Das kam dem sorgfältig recher­chierenden und am Abend oft bis zur letzten Minute am Satz feilenden Maes­tro entgegen. Wenn er im Zusammen­hang mit Werner K. Rey von einem «bühnenreifen Gauklertrick», von «Reys eher begrenzter Omni-Potenz» oder von der «Gerupften Bally» aus Schönenwerd sprach, dann wirkten diese Zeilen auch ohne fette Überschrift und ohne Anriss auf der Frontseite. Auf Abt war span­nungsgeladener Verlass, und gericht­lichen Nachspielen, zu denen sich der eine oder andere angeschossene Wirt­schaftsführer bewegen liess, konnte die NZZ stets gelassen entgegensehen.

Dass er eine gesunde Distanz zu Zürich und zu Finanzalchimisten sowie deren strukturierten Produkten aller Art hielt, hat wohl mit seiner Herkunft zu tun. Bei den «Basler Nachrichten» er­warb er sich jedenfalls rasch den Namen eines profunden Kenners der Pharma-, Uhren- und Maschinenbranche. Mit einer beruflichen Zwischenstation bei der Badener BBC vertiefte er anschlies­send seine Industriekenntnisse, was spä­ter zu seiner Aura eines praxisorientier­ten Wirtschaftsjournalisten beitrug, dem nichts vorzumachen war. Der Satz «Das kaufe ich Ihnen nicht ab!» dürfte dem einen oder anderen ehemaligen Mana­ger noch heute in den Ohren klingen.

Eines der Erfolgsrezepte von Abt mag heutzutage, da die Chefetagen von allerlei Türwächtern und Kommunika­tionsleuten abgeschirmt sind, viel schwie­riger umzusetzen sein. Es darf den ins Internet-Zeitalter hineingeborenen Journalisten dennoch kurz in Erinne­rung gerufen werden: Persönliche Kon­takte und Informationen aus erster Hand! Im Gegenzug konnten die dama­ligen Wirtschaftskapitäne wie Robert Holzach, Pius Binkert, Ulrich Bremi oder Helmut Maucher davon ausgehen, dass vertrauliche Informationen nicht einmal redaktionsintern die Runde machten – mitunter zum Leidwesen (oder Neid) der Kollegen.

Der einsame Wolf von damals würde es in modernen Redaktionen heute ver­mutlich noch weniger lang aushalten – oder das rote Bitte-nicht-Stören-Lämpchen vor seiner Bürotüre würde einfach noch häufiger leuchten. Ob Recherche oder Freizeitpassion, an Flucht- und Sehn­suchtsorten fehlte es H.A. jedenfalls nie. Etwa im fernen Nepal oder in den Bergen des von ihm geliebten Oberwallis, in «sei­ner» Hütte weit über dem Grimselpass, oder kurzzeitig einfach abseits im Jura, wo er seine Batterien aufladen konnte. Davon profitierte die NZZ jahrelang mit der von ihm fachkundig betreuten Alpinismus- Beilage, in der er Anliegen des Schweizer Alpen-Clubs SAC genauso eloquent be­handelte wie die Exploits von Gipfelstür­mern wie Reinhold Messner, die er zum Teil auch persönlich kannte.

Hansjörg Abt, der sein Leibblatt bis zu seinem 83. Geburtstag vor einem Monat akribisch genau las und für die Arbeit seiner Nachfolger stets lobende Worte  übrig hatte, hinterlässt drei Kin­der, acht Enkel und acht Urenkel.                                                                                                         Manfred Rist